Stromanbieter-Wechsel

Das muss man wissen

Seit 1998 können Verbraucher selbst festlegen, welcher Anbieter sie mit Energie versorgen soll. Kunden sind so in der Lage nicht nur zwischen Grundversorger oder alternativem Anbieter zu wählen, sondern auch noch über die Herkunft des Stroms zu entscheiden.

Ein Wechsel lohnt sich

Egal ob Single, WG oder Familie - Durch einen Stromanbieter-Wechsel können Haushalte mehrere hundert Euro jährlich einsparen. Je nach Region und Ausgangstarif sind sogar Ersparnisse von bis zu 500 Euro im Jahr möglich. Dabei gilt: Je höher der Verbrauch, desto mehr lohnt sich ein Stromvergleich. Gut zu wissen: Den genauen jährlichen Stromverbrauch findet man auf der letzten Abrechnung.

Übersicht zu durchschnittlichem Stromverbrauch pro Haushalt
Durchschnittlicher Stromverbrauch pro Haushalt*

Diese Faktoren haben Einfluss auf den Stromverbrauch

Die in der Tabelle aufgeführten Werte beziehen sich auf einen durchschnittlichen bzw. sparsamen Stromverbrauch.

Wer seinen Verbrauch möglichst genau schätzen, bzw. kontrollieren möchte, sollte nicht nur die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen berücksichtigen, sondern auch die Wohnung, Geräte und Lebensstil einer Prüfung unterziehen.

Wird zum Beispiel für die Warmwassererzeugung ein elektrischer Durchlauferhitzer bzw. ein Warmwasserspeicher genutzt, können sich die Kosten schon einmal verdoppeln.

Wahre Stromfresser sind auch alte Geräte, die noch nicht unter Berücksichtigung neuester Standards gebaut wurden. Eine Neuanschaffung kann neben einem Stromanbieter-Wechsel langfristig das meiste Geld sparen, vor allem, wenn beim Kauf auf einen niedrigen Energieverbrauch geachtet wird.

Bei der (häufigen) Nutzung folgender Geräte sollte der Verbrauch etwas höher eingeschätzt werden:

Durchlauferhitzer bzw. Warmwasserspeicher

Heizungspumpen, die älter als zehn Jahre sind

Wäschetrockner

Gefrierschrank/ Gefriertruhe

Der Strompreis

Kaum ein Bestandteil unserer monatlichen Ausgaben wird von so vielen staatlich veranlassten Steuern, Umlagen und Abgaben beeinflusst, wie die Stromkosten. Zieht man einen Stromanbieter-Wechsel in Betracht, lässt es sich selten vermeiden, sich auch mit Begriffen wie EEG-Umlage, Netznutzungsentgelte oder Arbeitspreis auseinanderzusetzen.

Der Strompreis wird nicht allein vom Versorger bestimmt, sondern richtet sich nach einer Vielzahl von Faktoren.
Faktoren zur Zusammensetzung des Strompreises

Grundgebühr und Arbeitspreis auf der Rechnung

Auf der Rechnung wird der Strompreis als eine Kombination aus einer pauschalen Grundgebühr und einem Arbeitspreis ausgewiesen. Die pauschale Grundgebühr (oder Grundpreis) wird erhoben, um feste Kosten zu decken, z.B. für den Anschluss oder den Stromzähler. Dieser Preisbestandteil ist unabhängig vom Verbrauch und daher immer gleich - ähnlich wie die Grundgebühr bei Mobilfunkverträgen. Die vom tatsächlichen Verbrauch abhängigen Kosten werden als Arbeits- bzw. Verbrauchspreis bezeichnet und ergeben sich aus dem Preis pro Kilowattstunde

EEG-Umlage, Stromsteuer, Nutzungsentgelte
Was hat Einfluss auf den Energiepreis?

Ungefähr die Hälfte des Preises machen staatlich veranlasste Steuern, Umlagen und Abgaben aus. Die wichtigsten von ihnen sind:

Die EEG-Umlage

Auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird pro gelieferter Kilowattstunde eine Abgabe geleistet, die für den Ausbau und die Förderung regenerativer Energien genutzt wird. Im Jahr 2017 beträgt diese “Ökostrom-Umlage” 6,88 Cent für Privathaushalte.

Stromsteuer

Genau 2,05 Cent pro Kilowattstunde entfallen aktuell auf die Stromsteuer, die grundsätzlich jeder Endverbraucher automatisch entrichtet. Wer den Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien bezieht, ist im Übrigen von der Steuer befreit.

Konzessionsabgabe

Konzessionsabgaben werden von Städten und Gemeinden für die Nutzung öffentlicher Verkehrswege erhoben. Stromnetzbetreiber müssen diese Abgabe entrichten wenn sie Versorgungsleitungen betreiben und verlegen wollen. Auch diese Gebühr wird auf den Endverbraucher umgelegt.

Strombeschaffung, Vertrieb und sonstiges

Etwa ein Fünftel des Preises macht die eigentliche Erzeugung des Stroms aus. Diese Kosten unterliegen dem Wettbewerb zwischen den Versorgern und sind somit von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich hoch. Diese Preiskomponente lässt sich durch einen Stromanbieter-Wechsel deutlich senken.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist den meisten Menschen eher als Mehrwertsteuer bekannt. Sie macht 19 Prozent des gesamten Strompreises aus.

Netznutzungsentgelte

Für den Transport der Energie vom Kraftwerk bis zum Haushalt erheben die Netzbetreiber Nutzungsentgelte, die vom Versorger auf den Endkunde umgelegt werden. In ländlichen Regionen ist diese Gebühr häufig höher, da das Entgelt auf weniger Verbraucher aufgeteilt werden kann und hier besonders viel in den Ausbau und die Instandhaltung des Netzes investiert werden muss.

Offshore-Haftungsumlage

Mit dieser 2013 eingeführten Umlage leistet der Endkunde eine Art Schadensersatzzahlung an die Netzbetreiber, weil Offshore-Windparks zu spät an das Stromnetz angeschlossen wurden oder das Netz über einen längeren Zeitraum unterbrochen war.

Vertragswechsel und Kündigung

Durch die Liberalisierung des Marktes ist nicht nur der Stromanbieter-Wechsel für den Verbraucher komfortabler geworden, sondern auch der Übergang zum neuen Anbieter. So müssen Kunden den alten Vertrag nicht mehr selbst per Brief kündigen, sondern können den neuen Versorger bequem mit der Kündigung beauftragen. Dazu reichen Kundennummer und Zählernummer. In der Regel befindet sich die Zählernummer auf dem Stromzähler entweder direkt in der Wohnung, oder im Treppenhaus bzw. im Keller. Diese Nummer steht oft in der Nähe eines Barcodes und entweder unterhalb oder oberhalb einer Drehscheibe. In manchen Fällen wird sie auch auf der Stromrechnung aufgeführt. Die Kundennummer des alten Tarifs lässt sich ebenfalls auf der Rechnung ablesen oder kann beim alten Anbieter erfragt werden. Einen Stromausfall braucht man nicht zu befürchten, da im Zweifel immer Grundversorger einspringt.

Darauf sollte man achten

Nicht immer ist der günstigste Versorger auch der beste. Faktoren wie die wirtschaftliche Gesundheit der Anbieter, faire Tarife und nicht zuletzt die nachhaltige Erzeugung der Energie werden für Verbraucher immer wichtiger.

Vor allem die jüngere Generation legt Wert auf den Bezug regenerativer Ideen: Laut einer bundesweiten Umfrage ist Ökostrom für knapp ein Drittel der 18 bis 29-Jährigen Wechselgrund Nummer Eins. Nicht nur die Anbieter selbst, sondern auch die Tarife können sich signifikant voneinander unterscheiden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. empfiehlt bei dem Stromanbieter-Wechsel mindestens folgende Eckpunkte zu berücksichtigen:

  • Die Mindestvertragslaufzeit sollte zwei Jahre nicht überschreiten.
  • Kündigungsfristen sollten möglichst kurz, also nicht länger als vier Wochen sein.
  • Bei Sparangeboten drohen häufig Nachzahlungen, weil der Preis durch zu niedrig veranschlagte Kosten künstlich niedrig gehalten wird.
  • Pakettarife oder Pakettarife sind mit Vorsicht zu genießen. Übersteigt der tatsächliche Verbrauch den zu Vertragsbeginn kalkulierten, werden hohe Nachzahlungen fällig, verbraucht man weniger als veranschlagt, leistet der Versorger keine Rückzahlung.

Unter mehr als Eintausend Anbietern in Deutschland den passenden auszusuchen, kann also gerade für unerfahrene Kunden viel Recherche und Arbeit bedeuten. MoneyMap bietet deshalb den Stromanbieter-Wechsel ausschließlich zu Versorgern an, die den MoneyMap Qualitätsstandards für Anbieter und Tarifen entsprechen.